Licht im Stangenwald

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Rothirsche richtig ansprechen
Zukunftshirsch, Abschusshirsch, Erntehirsch? Diese Fragen stellen sich viele Jäger. Zwei Rotwildexperten geben wertvolle Ansprechtipps.

Florian Standke
Im ersten Licht wechselt der vermeintliche Ier-Hirsch auf die Wiese. Derweil sitzt Heinz auf der Kanzel und beobachtet das Schauspiel. Sein Mitpächter hatte das Stück als reif angesprochen. Doch er möchte sich selbst ein Bild von dem Recken machen, bevor er im Halbdunkel den Finger krümmt. Angestrengt schaut er durch sein Doppelglas, bis die Augen brennen. Das mittlerweile gute Büchsenlicht erleichtert die Sache nicht. Ganz im Ge-
genteil: Der Jäger wird immer unsicherer. Einige Altersmerkmale scheinen zu passen, andere wiederum nicht. Er will auf keinen Fall riskieren, dass am Anschuss später doch ein IIa-Hirsch liegt. Zu Recht ist der Waidmann vorsichtig, denn ein Fehlabschuss hat unange-
nehme Folgen. Nicht nur, dass dann im nächsten Jahr der Erntehirsch gesperrt ist, auch der Spott zahlreicher Jäger wäre ihm gewiss. Um Ihnen das Ansprechen im Revier
zu erleichtern und die Altersmerkmale zu verdeutlichen, haben wir zwei Experten sechs Hirsche auf Bildern ansprechen lassen. Dieses Verfahren hat Vor- und Nachteile: Das Licht ist zwar immer ausgezeichnet, das Verhalten und die Bewegungen der Stücke können jedoch nicht beurteilt werden. Die örtlichen Gegebenheiten müssen beim Ansprechen einbezogen werden, denn Rotwild ist beispielsweise im Duvenstedter Brook deutlich stärker als in der Eifel. Bevor Sie die Texte zu den Bildern lesen, überprüfen Sie doch Ihr Wissen und nehmen eine eigene Altersschätzung vor. Übrigens: Der erste Eindruck ist meistens richtig!