Peta zeigt Frankfurter Nilgans-Jäger an

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Eine Nilgans im Frankfurter Brentanobad. Peta klagt nun gegen den Jäger, der die Gänse im Auftrag der Stadt bejagt. Foto: (c) dpa

Peta hat Anfang Oktober wegen des Abschusses von Wildgänsen im Frank­furter Brentanobad gegen den Jäger Axel Seidemann und die städtische Jagdbehörde Strafanzeige erstattet. Das berichteten örtliche Medien. Die umstrittene Tierrechtsorganisation sieht in der Erlegung von sechs Nilgänsen im größten Frankfurter Freibad eine „Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund“ und einen „Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“. Die Jagd war nach Saisonende erlaubt worden, weil im Bad etwa 60 bis 100 Nilgänse dauerhaft Quartier bezogen hatten und Schwimmbecken und Rasen verkoteten. Seit 2015 hatte man vergeblich versucht, die Gänse mit nicht-jagdlichen Mitteln zu vergrämen. Die Stadt hatte Seidelmann schließlich engagiert, um das Verkotungsproblem in den Griff zu bekommen.
Das Vorgehen des Jägers war erfolgreich. Gegenüber WILD UND HUND erklärte Seidelmann, die Fluchtdistanz des Federwilds habe sich bereits nach dem ersten Ansitz, bei dem zwei Gänse zur Strecke kamen, von wenigen Metern auf 250 Meter ausgedehnt. Der Stadtjäger schießt im Freibad mit der Kugel (.222) vom Bademeister-Hochstand. Dabei kleidet er sich in türkis, der Farbe des Personals der Bäderbetriebe. Die Bejagung findet regelmäßig, aber zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt. Mittlerweile seien nur noch bis zu zehn Gänse im Bad zu beobachten, an manchen Tagen war das Bad bereits nilgansfrei.
Die Peta-Anzeige sieht Seidelmann gelassen. „Jagd produziert Wildbret, das gegessen wird – und das ist der vernünftige Grund“. Peta erstattet zu PR-Zwecken am laufenden Band Anzeigen wegen Drückjagden, Fuchswochen und ähnlichen Veranstaltungen, hat aber damit keinerlei Erfolg.
Das städtische Gesundheitsamt hatte in dem Gänsekot auch gesundheitsgefährdende Salmonellen entdeckt. Dennoch ist die städtische Umwelt­dezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) laut Frankfurter Rundschau gegen das Töten. Ein Runder Tisch soll nun über gewaltfreie Maßnahmen beraten. roe/hk