Wolfsschäden gehen durch die Decke

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Die Anzahl der offiziell dokumentierten Nutztierrisse im Jahr 2017 beläuft sich auf 472 Fälle. Das bedeutet eine Steigerung um 66 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr.

Anschleichen und zuschlagen: Isegrim macht immer mehr Beute unter Nutztieren.
Foto: Reiner Bernhardt

Das geht aus einer Zusammenstellung der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hervor (dbb-wolf.de). Dabei wurden 1 667 Tiere getötet bzw. kamen zu Schaden, 55 % mehr als 2016. Die meisten Risse waren in Niedersachsen zu verzeichnen, gefolgt von Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Isegrim machte mit 86 % unter den Nutztieren vor allem bei Schafen und Ziegen Beute. Für Präventionsmaßnahmen wurden in diesem Zeitraum laut Studie 1 325 956 € aufgewandt, für Ausgleichszahlungen weitere 187 894 €. Trotz der vorliegenden Zahlen betonen die Autoren der Studie, dass 90 cm hohe Elektrozäune in den meisten Fällen adäquaten Schutz vor Wölfen böten und dass der Abschuss von einzelnen Wölfen „wenn überhaupt, nur kurzfristig“ helfe. Sie propagieren einen flächendeckenden Schutz mit Zäunen als die effektivste Maßnahme, um des Problems Herr zu werden. rig

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