Tragischer Arbeitsunfall im Beschussamt Ulm fordert zwei Menschenleben

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Zwei Menschen sind am Dienstagmorgen ( 22.08.2006) bei einem tragischen Arbeitsunfall in Ulm ums Leben gekommen.

Wie die Staatsanwaltschaft Ulm und die Polizeidirektion Ulm berichten, waren gegen 9.50 Uhr zwei Mitarbeiter im Beschussamt Ulm damit beschäftigt, im Kundenauftrag Werkstoffe aus einem Verbund aus Stahl und Keramik zu beschießen, um deren schusshemmende Eigenschaften zu prüfen. Dabei war ein Mitarbeiter des auftraggebenden Ingenieurbüros mit anwesend.
Nachdem aus einer für solche Zwecke vorgesehenen Abschussvorrichtung bereits mehrere Einzelschüsse abgefeuert waren, sollte diese für die nächste Schussabgabe vorbereitet werden. Dabei löste sich aus noch ungeklärter Ursache ein Schuss aus dem Lauf, zugleich wurde der Verschluss der Vorrichtung nach hinten weggeschleudert.
Das Projektil des Kalibers 14,5 mm traf den 42-jährigen Mitarbeiter des Ingenieurbüros, der am Ende des Beschusskanals den zu prüfenden Werkstoff montiert hatte. Der Mann aus dem Raum Bonn erlag noch am Unglücksort seinen schweren Verletzungen. Das Verschlussteil traf den hinter der Abschussvorrichtung stehenden 57-jährigen Mitarbeiter des Amts, der an dieser gearbeitet hatte. Er erlitt so schwere Verletzungen, dass er am Nachmittag in einer Ulmer Klinik verstarb. Ein weiterer Mitarbeiter erlitt einen Schock, die Notfallseelsorge war zur Betreuung im Einsatz.
 
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ulm und der Kriminalpolizei Ulm konzentrieren sich nun auf die Frage, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte. Die Ermittler haben Sachverständige hinzugezogen, zudem war ein Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft vor Ort. Auch von den auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm angeordneten Obduktionen erhoffen sich die Ermittler weitere Hinweise.
Am Unglücksort informierte sich neben dem die Ermittlungen leitenden Oberstaatsanwalt Christof Lehr auch Regierungspräsident Hermann Strampfer.

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