Schaffe, schaffe, Häusle baue

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Früher als „fahrende Schießbuden“ verpöhnt, sind mobile Ansitzwagen durchweg akzeptiert – vor allem dort, wo Sauen ihre Kreise ziehen. Denn sie lassen sich flexibel an die Brennpunkte im Revier stellen, ohne sämtliche Revierteile mit festen Ansitzen zu möblieren. Und selbst im Winter kann der Fuchsjäger in diesen mobilen Kisten ohne Probleme mehrere Stunden verbringen. Für den Bau eines Ansitzwagens kann jeder Kastenanhänger Verwendung finden, dessen Achse und Unterbau noch in Ordnung sind. Auf Grund der verschiedenen Maße der Anhänger lässt sich keine Bauanleitung schreiben, die für alle Modelle passgenau ist. Das Wichtigste ist daher, das Prinzip der Konstruktion nachzuvollziehen. Die Maße müssen dementsprechend variiert werden.

Ansitzwagen

Materialliste – Ansitzwagen .pdf (10 KB)


Artikel

Der Artikel „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ aus Heft Nr. 21/2006 .pdf (1,3 MB)

 


Bauanleitung

Bevor wir mit dem eigentlichen Bau des Ansitzwagens beginnen, schrauben wir die beiden Räder ab, drehen sie einmal um und schrauben sie mit der entgegengesetzten Seite der Felge wieder auf die Achse. Dadurch bedingt vergrößert sich der Radabstand und gibt dem Wagen eine größere Standfestigkeit. Aus dem letztgenannten Grund wird der Wagenboden mit Beton ausgegossen. Hierfür müssen je ein Brett A (140x104x12 cm) an der Vorder- und Rückseite zwischen die Seitenwände des Ansitzwagens geschraubt werden. Die dabei entstehende Fläche gießt man nun mit Beton aus und lässt ihn trocknen. Nachdem das Material ausgehärtet ist, beginnen wir mit dem Fußbodenaufbau. Zuvor wurde noch ein Rost (108×65 cm), das mit der Ladeflächenhöhe des Anhängers abschließt, auf die Anhängeeinrichtung geschweißt. Auf die Betonfläche legt man nun einen 140×104 cm großen Teppichboden mit der gummierten Seite nach unten. Der Teppich soll knarrende Geräusche der anschließend aufgelegten OSB-Plattenteile verhindern. Die vier Teile B (104x15x4 cm) werden gleichmäßig auf der Ladefläche verteilt, wobei B1 und B4 mit deren Ende abschließt und mit A vernagelt wird. Die beiden mittleren Teile schraubt man durch die Anhängerseitenwände fest. Damit durch den Fußboden möglichst wenig Kälte in den Innenraum ziehen kann, wird er isoliert. Hierzu verbringt man zwischen die Plattenteile B Isolierwolle oder ähnliches Material und füllt die Zwischenräume möglichst dicht auf. Ist dies geschehen, legt man die beschichtete Spanplatte C (140x104x3 cm) auf B auf und vernagelt sie mit sogenannten „Kammnägeln“, die sich nicht mehr lockern und somit keine knarrenden Geräusch beim Betreten des Ansitzwagens entstehen.
Um im Bau fortfahren zu können, muss das Seitengerüst in Form von vier Holzecken gefertigt werden. Jede Ecke baut man aus den beiden Brettern D (200x24x4 cm) und E (200×9,5×4 cm). Beide werden bündig im 90° Winkel vernagelt und vorerst mit einem Stichnagel an der hölzernen Anhängerwand befestigt, damit sie noch verschiebbar sind. Die Bretter D bilden dabei das Grundgerüst für die Einstiegs- und für die Rückseite des Ansitzwagens und zeigen somit auch nach hinten und nach vorne. Die Ecken D3 und D4 (Rückseite) nagelt man 5 cm tiefer an den Hängerwänden an (Dachgefälle) als die vorderen Beiden. Zum Bau der Seitenwände benötigen wir die Spanplatte F1 (140x73x1,6 cm), die wir auf die Anhängerseite setzen und von innen auf das Brett  E schrauben. F1 erreicht zusammen mit der Hängerseite eine Höhe von 1,00 Meter (Gewehrauflagenhöhe). 30 Zentimeter oberhalb von F1 schraubt man nun die Sichtblende G1 (Spanplatte), die ebenfalls 140 cm lang ist und vorne eine Höhe von 45 cm und hinten eine von 40 cm hat. Die Plattenstärke beträgt ebenfalls 1,6 cm.
Da die Seiten doppelwandig gebaut werden sollen, werden nun vier Dachlatten H (122x6x4 cm) zwischen die Hochsitzecken E geschoben und auf die Platten geschraubt. H1 schließt nach oben hin mit der Sichtblende ab, H2 und H3 schließen die Fensteröffnung nach oben und unten hin ab und H4 schraubt man 19 Zentimeter unterhalb (lichte Weite) von H3 auf die Platte. Damit die Spanplatte F1 nicht hin und her wackeln kann, wird sie mit Hilfe eines Brettes J (86x12x4 cm) mit der Anhängerseite verschraubt. In unserem Fall wurden mehrere Bretterreste verwendet. Damit die Bretter der Außenwand richtig angeschraubt werden können, wird am unteren Rand der Anhängerseite die Dachlatte K (86x6x4 cm) mittig angeschraubt. Rechts und links davon befestigt man nun die Bretter L (40x12x4 cm). Im nächsten Schritt misst man von der Außenkante von E jeweils 16 cm ab. An dieser Stelle setzt man die Dachlatten M (30x6x4 cm) als  Fensterbegrenzung zwischen H2 und H3. Ist M eingepasst, wird sie mit  dem Brett N (31×30,5×1,6 cm), das von innen aufgeschraubt wird,  verbunden. In gleicher Art und Weise erstellt man die gegenüber  liegende Seitenwand.
Nachdem die beiden Seitenwände fertiggestellt wurden, geht es weiter  mit dem Bau der Rückwand. Zuerst setzen wir die Spanplatte O  (104x100x1,6 cm) im Inneren des Ansitzwagens gegen die Bretter D und  verschrauben sie. 30 Zentimeter darüber bringt man dann die  Sichtblende P (104x40x1,6 cm) an. Ist dies fertiggestellt, schiebt
man die Dachlatten R (77x6x4 cm) zwischen die Eckbretter D und  schraubt sie fest. R1 schließt die Rückwand nach oben hin ab, R2 und  R3 fassen die Fensteröffnung ein. Zum Abschluss schrauben wir die  beiden Bretter S (77x12x4 cm) zwischen D. S1 hat eine lichte Weite zu  R3 von 19 cm, S2 schließt mit seiner Unterkante mit der Unterkante  von D ab. Da das Fenster der Rückseite eine Breite von 77 cm haben  soll, setzt man die Dachlatten T (30x6x4 cm) 13,5 cm vom Außenrand  von O und P gemessen zwischen R2 und R3 und schraubt von innen die  beiden Bretter U (30×13,5×1,6 cm) dagegen.
Nun wenden wir uns der Einstiegsseite zu. Zuerst bringt man die  beiden Bretter U (70×19,5×2,5 cm) zwischen D an. U3 nagelt man direkt  über dem Rost gegen den Fußboden. U4 findet seinen Platz oberhalb der  Türöffnung und schließt mit der Oberkante von D ab. Damit das Brett  hält, schraubt man im Wageninneren die Spanplatte V (104×19,5×1,6 cm)  dagegen und verbindet sie mit D. Seitlich der Türöffnung schraubt man  jeweils im Inneren des Wagens je eine Spanplatte W (160x16x1,6 cm)  auf D auf.
U und D sollen den Anschlag der Tür bilden. Damit die Türscharniere  aufgesetzt werden können, müssen noch die Bretter X (121x12x2,5 cm)  und Y (180x21x2,5 cm) von außen auf diese aufgeschraubt werden. X  schraubt man an der Oberkante (Dachseite) von D und U3, Y bündig an  der Außenkante von D an.
Die Tür fertigt man aus einer Spanplatte a (158x68x1,6 cm), auf die  zur Stabilisierung die Latten b (68×7,5×1,0 cm), c (53×7,5×1,0 cm)  und d (145×7,5×1,0 cm) geschraubt werden. Die Latten b schließen mit  der Platte nach oben und unten hin ab, d1 und d2 setzt man zwischen  b1 und b2, sie schließen zu beiden Seiten mit a ab, und die Latten d  setzt man waagerecht zwischen b. 28 Zentimeter unterhalb des oberen
Türendes sägt man die 40×30 cm große Fensteröffnung in die  Spanplatte. Sie wird in der Mitte ausgesägt, das heißt an jeder Seite bleiben 14 cm Spanplatte stehen. Oberhalb der Fensteröffnung schraubt man b1, unterhalb derselben b2 auf die Platte. Die lichte Weite zwischen b2 und b3 beträgt 27 cm, die zwischen b3 und b4 24 cm. Seitlich neben dem Fenster schraubt man zum Schluss die Latten e (30x6x1 cm) an. Damit ist das Türuntergestell fertig. Nun kann die Tür verbrettert werden, dabei muss die Fensteröffnung natürlich frei bleiben. Die Türaußenfläche f hat die Maße 168x76x2,5 cm, sie steht an allen Seiten gleich weit über das Untergestell hinaus. Im nächsten Schritt werden die beiden Seitenwände g (200x149x2,5 cm) und die Rückwand h (200x121x2,5 cm) verbrettert. Das Dach des Ansitzwagens bauen wir zum Schluss und setzen es dann auf das Untergestell. Um die Geräusche, die beim Ansitz im Inneren des Wagens entstehen können, zu dämpfen, wird das gesamte Wageninnere mit Teppichboden ausgeschlagen. Um das Schießen zu erleichtern, bauen wir eine Armauflage in den Ansitzwagen ein. Hierzu schrauben wird die Dachlatte i (104x6x4 cm) 25 cm unterhalb des rückwärtigen Fensters, die Dachlatten k (95x6x4 cm) 25 cm unterhalb der seitlichen Fenster und in gleicher Höhe die Dachlatten l (16x6x4 cm) an die Vorderseite. Ist dies geschehen, schraubt man seitlich die Armauflagebretter m  (64x26x2,5 cm) und dazwischen unter dem Fenster der Rückwand das Brett n (36x20x2,5). Damit das letztgenannte Brett besser sitzt, schraubt man von unten das Brett o (92x8x1 cm) an m und n an. m wird im Türbereich abgeschrägt. Nach Fertigstellung der Auflage wird sie
ebenfalls mit Teppichboden verkleidet.
Jetzt geht es an den Fensterbau. Die Seitenfenster und das  rückwärtige Fenster sind identisch. Alle Fenster werden aus einer 1,2 cm dicken Waggonplatte gebaut. In die Platte s (86x35x1,2 cm) wird mittig die Fensteröffnung mit den Maßen 43×18 cm gesägt. Darüber schraubt man die 50×25 cm große Plexiglasscheibe (mittig). Danach  verbindet man s mit der Platte z (86x7x1,2 cm) mittels zweier  Scharniere. Damit ist das Fenster fertiggestellt und kann nach dem  Ausrichten an die Wagenwand geschraubt werden. Für das Ausrichten schlägt man 3 cm seitlich und unterhalb der Fensteröffnung jeweils  1-2 Nägel in die Wagenwand und stellt das fertig gebaute Fenster  darauf, um es danach anzuschrauben. Das Türfenster ist kleiner als  die anderen Drei. In die Waggonplatte u (48x35x1,2 cm) sägt man die  Fensteröffnung (28×18 cm) und schraubt die Plexiglasscheibe (32×23  cm) darauf. Dann verbindet man u mit der Waggonplatte v (48x7x1,2 cm) mittels zweier Scharniere und schraubt das Fenster auf die Tür.  Danach kann die Tür mit Hilfe von vier Scharnieren an der Vorderwand  angeschraubt werden. Damit sie sich besser öffnen lässt, hat sie an  jeder Seite Luft. Zum Öffnen schrauben wir noch einen Griff auf die  Tür und eine Verriegelung auf die Vorderwand.
Die Fenster lassen sich mit Hilfe eines Aufstellers hochdrücken und  seitlich neben dem Fenster einhaken. Die Arretierung des Fensters  erfolgt mit Hilfe eines Nagels (rechts unten in der Fensteröffnung)  und eines Hakens, der am Fenster angebracht ist.
Nachdem alle Innenarbeiten beendet sind, kann das Dach fertiggestellt  werden. Hierzu verwenden wir eine beschichtete Spanplatte w  (153x120x2,5 cm), deren eine Seite mit Teppichboden versehen und  deren andere mit den Brettern x (153x120x2,5 cm) verschraubt wird.  Auf diese Seite werden späterhin die Onduline-Wellplatten genagelt.  Das Dach wird der Einfachheit halber mit dem Frontlader auf den Wagen  gehoben und angenagelt. An der Front- und an der Rückseite nagelt man  nun die beiden Dachleisten y (156x10x4 cm) so an, dass sie mit der  Dachoberseite abschließen und seitlich gleich weit überstehen.  Dazwischen setzt man die Deckleisten z (154x8x2,5 cm), die ebenfalls  mit der Dachoberkante abschließen. Auf die Stirnseiten von y nagelt  man zum Abschluss die abgeschrägten Bretter I (186x13x3 cm). Sie  ragen 3,5 cm über das Dach hinaus (Onduline-Welle). Damit die  Onduline-Platten auch zum Eingang und zur Rückseite hin eine  ordentliche Unterlage haben, nagelt man auf die Stirnseiten von I  jeweils eine Dachlatte II (162x6x4 cm). Anschließend befestigt man  die Wellplatten mit Onduline-Wellplattennägel auf x. Damit ist der  Bau des Ansitzwagens abgeschlossen, wer will, kann ihn noch mit einem
Holzschutzmittel streichen.

 


           

 

 


           

 

 


           

 

 


                       

 

 


                

 

 


           

 

 


     

 

 

 

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