Bayern: Keine Merkmale am „erdrosselten“ Luchs

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In Sachen der vermeintlich getöteten Luchse im Bayerischen Wald gibt es Neuigkeiten:

(Foto: H. Moser/vk)

Ein Gutachten der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat den gegerbten Balg eines 2015 angeblich erdrosselten Luchses untersucht und keine Strangulationsmerkmale feststellen können. Es lasse sich „kein Haarverlust (insbesondere in der Halsregion) feststellen“, heißt es in dem Gutachten, und es seien „keine möglichen Strangulationsspuren in der Haut (wie z.B. Einschneiden der Schlinge in die Haut, Blutreste in der Haut, abgebrochene oder fehlende Haare) weder von außen noch von innen nachweisbar“.

Die junge Luchskatze war Ende Dezember 2015 tot an einer Straße gefunden worden. Der Fall zählt zu jenen, bei denen WuH bereits 2020 eine undurchsichtige Zusammenarbeit zwischen dem damaligen Verantwortlichen des Landesamts für Umwelt, seiner Frau und einem vermeintlichen Gutachter mit Institutssitz in Schweden aufgedeckt hat (WuH 5/2020).

Trotz widersprüchlicher Gutachten, der von WuH aufgedeckten Ungereimtheiten und fehlender Ermittlungsergebnisse bezeichneten Umwelt-, Innen- und Forstministerium diesen Luchs noch in einer Landtagsantwort im August 2020 als „nachweislich illegal getötet“ und „offensichtlich erdrosselt“ (Ds. 18/8537). Das Landesamt für Umwelt teilte auf WuH-Nachfrage aktuell mit, dass keine neuen Erkenntnisse zu diesem Luchs vorlägen. Das Gutachten der Universität Wien werde geprüft. Detaillierte weitere Fragen wurden nicht beantwortet.

vk

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