Bayern: Staatswald soll „Klimawald“ werden

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Das bayerische Kabinett hat in seiner Sitzung vom 30. Juli das Programm von Ministerpräsident Markus Söder zur Umwandlung des Staatswalds in einen „Klimawald“ durch einen Acht-Punkte-Plan präzisiert.

Private Waldbesitzer werden beim Waldumbau künftig noch stärker gefördert.
Foto: vk

So sollen z. B. erwirtschaftete Überschüsse des Unternehmens Bayerische Staatsforsten künftig nicht mehr in die Staatskasse fließen, sondern dazu verwendet werden, Wälder und Moore als CO2-Speicher zu erhalten und „klimafester zu machen“, wie es heißt. Wie bereits angekündigt, sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich eine Millionen Bäume mehr gepflanzt werden als geplant. Besonders naturnahe und ursprüngliche alte Staatswälder werden aus der Nutzung genommen.

Im Raum Neuburg an der Donau/Ingolstadt wird auf Staatswaldflächen ein 2 000 ha großes Schutzgebiet im Auwald ausgewiesen. Um die erneuerbaren Energien zu stärken, wird zugleich aber auch die Standortsuche für Windenergieanlagen im Staatswald intensiviert. Und Waldbesitzer erhalten künftig zusätzliche Mittel und Beratung. Damit will die Regierung die Anreize für Waldumbau und Artenvielfalt verstärken. Laut Martin Schöffel, landwirtschaftspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, wurden die entsprechenden Mittel im Haushalt um 15 Millionen Euro erhöht. Massive Jagdkritik äußerte in diesem Zusammenhang Grünen-Landtagsfraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann. Er bezeichnete Söders 30 Millionen Bäume-Programm als eine Form von „Ganzjahresfütterung für Rehe“ und fordert effektiveres, auch revierübergreifendes Jagen (Drückjagden mit überjagenden Hunden), Jagd-Begehungsscheine für alle als Jäger ausgebildeten Privatwaldbesitzer, kürzere Pachtverträge für Bayerns Jagdreviere mit stringenten Abschussvorgaben und ein Verbot der Winterfütterung. vk

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