Förster zeigt „eigenes“ Forstamt an

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Ein pensionierter Förster hat Strafanzeige wegen Untreue gegen das hessische Spessart-Forstamt Jossgrund und die Leitung des Landesbetriebs Hessen-Forst erstattet. Angeblich seien im Forstamtsbereich Schäl- und Verbissschäden in Höhe von 40 Millionen Euro aufgelaufen. Die Hanauer Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Rotwildabschuss soll erhöht werden (Symbolbild).
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Der zuvor selbst im Spessart bei Hessen-Forst beschäftigte Förster hatte schon 2014 in gleicher Sache Anzeige erstattet. Die „Frankfurter Rundschau“ (FR) berichtete seinerzeit, dass der Förster Mitglied des Ökologischen Jagdverband (ÖJV) sei. O-Ton der FR vom 1. August 2014: „Wie seine Anwälte in einem Gutachten schreiben, habe sich die Behörde strafbar gemacht. Sie habe die Pflicht, das Vermögen jedes einzelnen Steuerzahlers zu betreuen und müsse daher Schäden am Staatswaldvermögen verhindern und für waldverträgliche Wilddichten sorgen.“

Dabei sind allerdings Hessen-Forst und die Rotwildhegegemeinschaft (RHG) Spessart offenbar recht erfolgreich. Die frischen Schälschäden an der Buche sind in diesem Rotwildgebiet seit 2012 von 2,5 Prozent (%) auf 0,1 % in 2015 und auf 0,3 % in 2016 und damit unter das Limit von 0,5 % gesunken. Die Schäle an Fichten wurde von 7,7 % (2012) auf 1,5 % (2016) reduziert (Grenzwert: 1 %.).

Im circa 17000 Hektar großen Forstamt Jossgrund soll zudem das Rotwildabschuss-Soll von 420 auf 500 Stück erhöht werden. Dies berichtete der Vorsitzende der RHG, Stefan Auerbach, in deren Hegeschau. 2016/17 sei im gesamten Rotwildgebiet mit 840 Stück der höchste Abschuss seit 1968 erzielt worden, nun werde der Gesamtabschuss nochmals auf 990 Stück erhöht. Laut „Saalezeitung“ soll im Forstamt Jossgrund „ein externer Dienstleister hinzugezogen werden, um per Abschuss den Rotwildbestand zu verringern“.

Die erste Anzeige von dem förster ging aus wie das Hornberger Schießen. Die 40 Millionen Euro, so heißt es in der erneuten Anzeige, hielten der Überprüfung durch einen Sachverständigen stand. roe