Niedersachens Landwirtschaftsministerium: Karrierestopp ohne grünes Parteibuch

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Die internen Querelen im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium reißen nicht ab. So berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) in ihrer Ausgabe vom 16. März, dass es dort ein grünes Parteibuch braucht, um vom grünen Minister Christian Meyer überhaupt gegrüßt zu werden – von den Karrierechancen ganz zu schweigen.

Agrarminister Christian Meyer. Foto: Red
Bevorzugt offenbar Mitarbeiter mit grünem Parteibuch: Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne). (Foto: Red.)
Laut HAZ habe der Personalrat vor rund einem Jahr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums dazu aufgefordert, Kritik zu äußern, um die Abläufe im Haus zu optimieren. 31 Beschwerden waren aufgelaufen, eine schriftliche Stellungnahme der Hausspitze erfolgte bislang nicht. Deshalb machte der Personalrat diese Stellungnahmen für alle Mitarbeiter jetzt in anonymisierter Form öffentlich.
 
Kritisiert werden vor allem Personalpolitik, der Umgang mit den Mitarbeitern und der Kommunikationsstil des grünen Ministers. So erfolgten die Stellenbesetzungen mit den höheren Dotierungen nach Parteizugehörigkeit (grün), gegrüßt würden nur die engeren Gefährten unter den Mitarbeitern.
 
„Die fachliche Qualifikation von Stellenbewerbern scheint unter Minister Meyer nicht so wichtig zu sein wie ein grünes Parteibuch. Versierte und loyale Mitarbeiter werden dadurch bei der Besetzung höherwertiger Stellen im Ministerium offenbar gezielt benachteiligt“, ist die Schlussfolgerung des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Landtag, Frank Oesterhelweg. Laut Oesterhelweg passe es ins Bild, dass die Referatsleitung für den wirtschaftlichen Verbraucherschutz seit über einem Jahr unbesetzt sei. Offenbar ließe sich bisher kein politisch genehmer Bewerber finden.
Das Ministerium weist die Vorwürfe kommentarlos zurück. Für den 7. April ist laut HAZ eine Personalversammlung anberaumt, zu der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter namentlich anmelden sollen – ein bisher unübliches Vorgehen.
 
red.

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