Wildkatze: Ausbreitung größer als gedacht

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Wissenschaftler des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen zeigen in einer Studie, dass Wildkatzen in Deutschland weiter verbreitet sind als bisher vermutet.

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Die Wildkatze ist weiter verbreitet als bisher vermutet und erobert neben den Mittelgebirgen auch das Flachland. (Foto: Senckenberg/Steyer/mh)
Das Forscherteam wertete über 6 000 DNA-Proben aus und wies nach, dass Wildkatzen in weiten Teilen der waldreichen Mittelgebirgsregion Deutschlands nahezu flächendeckend vorkommen.
Eine genetische Vermischung mit Hauskatzen konnte nur bei knapp vier Prozent der untersuchten Tiere festgestellt werden. Insgesamt konnten 2 220 Individuen aus den DNA-Proben bestimmt werden, 86 davon waren Hybriden zwischen Wild- und Hauskatze. 44 Prozent der Proben wurden außerhalb des vor Beginn der genetischen Analysen bekannten Verbreitungsgebiets gesammelt.
Die Analysen deuten darauf hin, dass im zentralen Verbreitungsgebiet, das sich von Nordbayern bis nach Südniedersachsen und von Eifel, Hunsrück und Pfälzerwald im Westen bis zum Thüringer Wald im Osten erstreckt, kaum noch größere Waldgebiete von der Art unbesiedelt sind. Im Westerwald, Kellerwald und der Rhön – Gebiete von denen man noch vor zehn Jahren annahm, dass dort keine Wildkatzen dauerhaft leben – konnten klare Hinweise auf reproduzierende Populationen gefunden werden. Auch gänzlich neue Verbreitungsgebiete wie der Kottenforst bei Bonn oder der Arnsberger Wald wurden als Verbreitungsgebiete belegt. Auch aus dem niedersächsischen Flachland nördlich der Autobahn 2 werden zunehmend Beobachtungen gemeldet.
mh

 

 

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