Wolf rottet Muffelwild aus

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Fotos: Markus Hölzel

Große Sorgen machen sich die Jäger in Sachsen-Anhalt um das Muffelwild. Die Ausbreitung des Wolfes bedeute das Aus für die Muffelwildvorkommen in der Altmark und im Harz, erklärten mehrere Delegierte auf dem Landesjägertag am 13. Mai in Wernigerode.

Große Sorgen machen sich die Jäger in Sachsen-Anhalt um das Muffelwild. Die Ausbreitung des Wolfes bedeute das Aus für die Muffelwildvorkommen in der Altmark und im Harz, erklärten mehrere Delegierte auf dem Landesjägertag am 13. Mai in Wernigerode.

So sei das Muffelwild in der Altmark von ehemals 200 auf 15 geschrumpft, ein Erlöschen noch im laufenden Jahr wahrscheinlich. Nachdem nun auch im Harz die ersten Wölfe aufgetaucht seien, sei nun „auch hier der Startschuss für die Vernichtung des Muffelwildes gefallen“, wie es ein Delegierter ausdrückte. Bereits am 24. April hatte die dortige Jägerschaft Hettstedt einen Offenen Brief an das Umweltministerium und die politischen Parteien geschrieben, in dem sie das Wolfsmanagement kritisierte, eine unbürokratischere bessere Entschädigung der Weidetierhalter und eine Bejagung des Wolfes forderte. Landesjägerschaftspräsident Hans-Heinrich Jordan mahnte zur Vorsicht: „Lassen wir uns nicht zum Buhmann oder – noch schlimmer – zum Zahlemann machen“, sagte er zur geforderten Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht. Der wachsende Druck werde Resultate zeigen. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) räumte ein, dass man dazugelernt habe, was das Verhalten des Wolfes anginge, verwies aber auf das Bundesumweltministerium: Die Landesumweltminister hätten von dort einen Sachstand gefordert. Wenn der Erhaltungszustand gut sei, müsse man bei der EU vorstellig werden. Darüber werde spätestens im Herbst bei der nächsten Umweltministerkonferenz beraten. mh