Per Knopfdruck geht nichts

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Rot-grüne Jagdrechtsreformen, bleifreie Büchsenmunition, Agrarreform – Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat eine Menge jagdlicher Themen auf der Agenda und äußert sich erstmals in der Jagdpresse. WILD UND HUND wollte wissen, wo die CSU-Politikerin steht:

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WuH: Die rot-grün regierten Länder werfen Ihnen vor, eine echte Reform des Jagdrechts in Deutschland blockiert zu haben und legen einen ungeheuren Reformwillen an den Tag. Was halten Sie von all den Novellierungsabsichten der Länder?
Ilse Aigner: Mir war bei der Novellierung des Bundesjagdgesetzes wichtig, dass wir nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) schnell wieder Rechtssicherheit bekommen. Es war mit den Ländern abgesprochen, dass wir uns lediglich auf die Umsetzung des EGMR-Urteils beschränken. Unabhängig von der Diskussion über das Bundesjagdgesetz: Ich würde es sehr begrüßen, wenn alle, die über die Jagd reden, sich auch mal selbst vor Ort ein Bild davon machen würden, was die Jäger in Deutschland jeden Tag leisten. Ich weiß, welchen Stellenwert die Jagd hat, und bin immer wieder mit großem Interesse mit auf die Jagd gegangen, sei es früher unter anderem mit meinem Vorvorgänger Jochen Borchert oder heutzutage mit meinem Neffen, der Revierjäger in Bayern ist. Jagd ist viel mehr als das, was in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Es geht vor allem um sehr zeitintensive Hege und Pflege. Das setzt eine umfassende und intensive Ausbildung voraus. In diesem Zusammenhang macht mir der Trend zu Wochenend- und Crashkursen durchaus Sorge. Die Verantwortung gegenüber Wild und Natur darf bei der Ausbildung nicht auf der Strecke bleiben. Jäger wird man nicht von heute auf morgen.
WuH: Die Kompetenz des Bundes liegt in der Erteilung der Jagdscheine. Sehen Sie hier Regelungsbedarf?
Ilse Aigner: Bei den Jagdscheinen halte ich es für richtig und sinnvoll, dass die Qualität und die Inhalte der Ausbildung einheitlich sind. In allen Bundesländern müssen dieselben Voraussetzungen vorliegen. Letztlich ist nicht entscheidend, in welchem Zeitraum der Jagdschein gemacht wird, sondern dass die Gesamtstundenzahl stimmt und alle nötigen Inhalte, wie beispielsweise Schießleistung, Wildbrethygiene und Naturschutz, enthalten sind.
Das gesamte Interview mit Frau Aigner lesen Sie in der WILD UND HUND 13/2013.

 

 

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