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Hochsitz-Hybrid

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Die Doppelnutzung von Böcken und Leitern für Bewegungs- und Einzeljagd ist meist nur ein Kompromiss. Deshalb haben wir einen Sitz getestet, der diesen Spagat gut meistern soll.

Peter Schmitt

Foto: Peter Schmitt

In Obertiefenbach findet sich im Waldteil des Reviers nur noch eine geschlossene Kanzel. Genutzt wurde sie diese Saison bis jetzt kein einziges Mal. Zwar mögen solche Ansitzeinrichtungen im Forst komfortabel für die lange Winternacht an der Kirrung auf einer Schneise mit einer festgelegten Schussrichtung sein. Aber gezielte Einzeljagd auf Schwarzkittel im Waldbereich des Testreviers findet eigentlich nicht statt, um dem Wild nachts dauerhaft einen ruhigen Rückzugsort zu bieten. Das ist auch ein Baustein unserer Wildschaden-Strategie, um die Sauen von den ­Wiesen und Feldern fernzuhalten, wo wir ihnen auch auf der Einzeljagd intensiv ganzjährig nachstellen.

Für die Schalenwildjagd im Forstteil des Testreviers haben sich geschlossene Kanzel als unpraktikabel erwiesen. Das Waldbild ändert sich aufgrund von Sturm, Borkenkäfer, Sukzession und forstlichen Eingriffen fast überall so rasant, dass sie schon nach zwei bis drei Jahren am angestammten Ort ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Erfahrungsgemäß werden solche schweren, stationären Bauwerke auch nur im Außnahmefall umgestellt. Zudem haben die kleinen Fensterluken im Naturverjüngungs-Wirrwarr schon einigen Stücken die Decke gerettet, wenn die Schussrichtung nicht wie bei einer Kirrung festgelegt ist.

Deshalb üben wir auch die Einzeljagd auf Reh- und Damwild im Waldbereich ­eigentlich nur noch von Drückjagdböcken oder Scherenleitern aus aus. Doch die Doppelnutzung für Bewegungsjagd und Ansitz sowohl bei Drückjagdbock als auch Scherenleiter ist oft nicht das Gelbe vom Ei. Das liegt aber nicht nur an den meist für die eine Jagdart spezialisierten Standplätzen.

Über die werkzeuglose Verbindung kann die Gewehrauflage einfach ans Gelände angepasst werden.
Foto: Peter Schmitt

Klappbare Scherenleitern können in der Regel zwar platzsparend und mit wenig Aufwand transportiert und nach Bedarf umgestellt werden, haben aber den Nachteil, dass sie dem Schützen nur wenig Standfläche sowie Bewegungsfreiheit bieten und somit für Drückjagden eher ungeeignet sind. Besonders Schüsse nach hinten oder zur Seite werden oft zum Balanceakt oder sind sitzend gar nicht möglich. Die Stärken der Scherenleiter liegen eher beim Ansitz. Drückjagdböcke sind hingegen – wie der Name schon sagt – auf Gesellschaftsjagden ausgelegt, können aber auch zum regulären Ansitz herhalten. Dann kommt es jedoch oft zu Abzügen bezüglich der Brüstungs- bzw. Auflagehöhe, die in der Regel zu niedrig für einen sauberen aufgelegten Schuss ist. Diese Ansitze sind zudem meist sperrig, sodass zum Umstellen mehrere Personen notwendig sind. Oder das Konstrukt muss zum Transport demontiert und wieder zusammengeschraubt werden. Wirklich kurzfristig flexibel reagieren kann man damit nicht.

Aufklappen, mit jeweils zwei Gewindeschrauben Streben (l.) …
Foto: Peter Schmitt
… sowie Auflagen (M.) befestigen, …
Foto: Peter Schmitt
Boden einlegen (r.), fertig – eine Sache von zwei bis drei Minuten.
Foto: Peter Schmitt

Mit dem neuen „Klappfix“ werden nun die Vorzüge beider Konstruktionen vereint: Der in den Höhen 2,15 m, 2,45 m, 2,75 m und 3,05 m (gemessen an Gewehrauflage) verfügbare Sitz lässt sich flach zusammengeklappt platzsparend transportieren, die niedrigen Versionen kürzere Strecken sogar allein tragen. Zu zweit oder auch allein ist der Scherenleiter-Drückjagdbock-Hybrid mit wenigen Handgriffen innerhalb einiger Minuten aufgebaut: Aufrichten, auf­­­­klappen, Streben befestigen, Boden einlegen, Gewehrauflage fixieren. Dank Flügelschrauben ist dazu keinerlei Werkzeug notwendig. Für den sicheren Stand kann der „Klappfix“ anschließend mit zwei Erdankern aus verzinktem Stahl und zwei Zurrgurten (55 €) stabilisiert werden.
Trotz dieser Scherensitz-Eigenschaften bietet das Produkt durch die geräumige Bodenfläche von 75 x 75 cm ausreichend Platz für den flüchtigen Schuss in alle Richtungen, auch dank hochklappbarem Sitzbrett. Ein weiterer Clou ist die serienmäßig jeweils über sechs vertikale Löcher an der hinteren Strebe höhenverstellbare Gewehrauflage. Damit kann man auch auf starkes Gefälle oder Anstiege mit einer passenden Auflage für den ruhenden Schuss reagieren. Die vordere Auflage ist gegen Verrutschen gesichert, zum Einsteigen über einen Verschluss aber trotzdem schwenkbar. Alle Ausführungen sind sowohl aus unbehandelter Fichte als auch aus Lärche erhältlich.

Flach zusammengeklappt lässt sich der Sitz problemlos transportieren.
Foto: Peter Schmitt

Der „Klappfix“ hat sich im Testrevier sowohl als Ansitz-Leiter als auch als flexibler und zügig umgestellter Bock bewährt. Mit ihm lässt sich schnell auf Wildschäden im Feld reagieren oder fix noch ein Drückjagdstand an einem neu gefundenen Wechsel ergänzen.

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Hier geht es zu ansitzbock.de.
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