Visionen eines Aussteigers

1627
Französische Rothühner

Coen Stork hat alles hinter sich gelassen und deshalb alles vor sich. Er hat seinen Traum verwirklicht: Mit seiner kleinen Familie in einem Schloss zu wohnen, französische Küche und Weine zu genießen und mit Freunden auf Niederwild zu jagen – speziell auf die von ihm wieder angesiedelten  Französische Rothühner. Dr. Karl-Heinz Betz genoss für ein paar Tage seine Gastfreundschaft.

Für die meisten deutschen Jäger ist Frankreich jagdlich ein weißer Fleck auf der Karte Europas. Für mich auch. Umso unentschlossener war ich, als eine Einladung zu einer mehrtägigen Niederwildjagd nach Burgund ins Haus flatterte. Nachdem ich Passbild, Kopie des Jagdscheines und eine Jagdhaftpflichtversicherungsbestätigung nach Frankreich geschickt hatte, betrat ich Anfang Oktober bei Mulhouse französischen Boden – mit der Flinte im Gepäck. Es ging auf der A 36 über Belfort, Besançon, Dole bis Beaune. Auf Landstraßen weiter durch das Weingebiet Val d’or bis zur kleinen Stadt Autin.
Nach weiteren knapp 20 Kilometern bog ich unweit des winzigen Dorfes Poil in die Auffahrt des Chateaus La Vilette ein. Die Gegend erinnerte an Südengland: welliges Gelände, vor allem Grünland und kleine Felder, umsäumt von gepflegten Hecken. Offenbar ein Zentrum der Fleischrinderhaltung, wie die überall grasenden Charolais signalisierten. Die Auffahrt führte ein Stück durch einen Park, bis sich das Gelände öffnete: Das Chateau lag am Ende einer leicht ansteigenden, gepflegten Rasenfläche, von riesigen alten Bäumen umrahmt.
Ich parkte meinen Wagen hinter dem Herrenhaus und war nach dem Aussteigen sofort umringt von einem gackernden Trupp Zwerghühner, die mit ihren federgeschmückten Ständern im Sand des Hofes scharrten, dazwischen Perlhühner und sogar ein paar „Red Legged Partridges“, Rothühner, die mich schon wenig später eingehender beschäftigen sollten. Ich hatte mich kaum etwas umgesehen, als ein roter Geländewagen deutscher Fa-
brikation mit Stern, aber mit rechtsseitigem Lenkrad direkt hinter mir hielt. Ein blonder Hüne schwang sich aus dem schlammbespritzten Allradfahrzeug und begrüßte mich strahlend. Während er offenbar sofort wusste, wen er vor sich hatte, stand ich noch im Dunkeln.
Das Chateau de Vilette in Burgund: Refugium des Aussteigers Coen Stork

Ein gewisser Coen Stork hatte mich eingeladen – per e-Mail, auf Englisch. Allerdings wusste ich nicht, wer Mr. Stork war. Ich hatte mir eingebildet, es mit dem Jagdaufseher des Chateau de Vilette zu tun zu haben, der für PR und Jagdgäste zu sorgen hatte. Seine Geschichte, die ich 90 Minuten später im Garten des Chateaus in warmer Oktobersonne bei einem exzellenten Weißwein hörte, konnte schillernder nicht sein: Coen Stork ist Holländer, 45 Jahre alt und war als junger Kerl gut im Windsurfen, so gut, dass er die Niederlande auf Weltmeisterschaften vertrat. Mit 21 ging der junge Mann nach Neuseeland, jobbte auf der Nordinsel in Fabriken und auf Fischerbooten, bis er ein Studium der Betriebswirtschaft antrat, das er bis zum Bachelor absolvierte. Durch die Heirat mit einer Engländerin kam Coen Stork nach Europa zurück und gelangte in den Süden der britischen Insel. Er brachte es als Manager zum Verkaufsdirektor. Hier ergaben sich auch die ersten Kontakte speziell zu den typisch englischen Fasanenjagden. Nach fünf Jahren nahm der Holländer einen lukrativen Job in seiner Heimat an. Kurze Zeit später siedelte er dann auch in die Niederlande über – inzwischen als Direktor einer Phillips-Abteilung und danach als Managing Director anderer Firmen.

Erfolgreiche Entenjagd vor dem eigentlichen Abendstrich

Während dieser Zeit hatte der erfolgreiche Geschäftsmann regelmäßig seine Ferien in Frankreich verbracht und dieses Land lieben gelernt. Sein sehnlichster Wunsch: Dort ein eigenes Schloss mit entsprechendem Landbesitz. Die Region zwischen Saône und oberer Loire, die Bourgogne oder Burgund, hatte es ihm angetan: Eine Landschaft wie im Süden Englands, aber mit hervorragender Küche und Spitzenweinen. Im Jahr 2000 stieg Stork aus dem Berufsleben aus und zog endgültig nach Frankreich, nachdem er zum zweiten Mal geheiratet hatte. Zuvor hatte er „La Vilette“ mit dazugehörigem Land erstanden. Er wollte dort auf eigenem Grund und Boden jagen.

Besonderes Augenmerk richtete der Neu-Burgunder auf die Rothühner, denn er fand in einem alten Buch, dass 1928 auf seinem neuen Besitz noch 1 200 Rothühner pro Saison geschossen wurden. In der Tat ist es erstaunlich, wie weit das Rothuhn in früheren Jahrhunderten verbreitet war. So gibt es zum Beispiel auch Nachweise gegen Ende des 16. Jahrhunderts aus dem heutigen Rheinland-Pfalz „an den zum Rhein abfallenden felsigen Hängen des Hunsrücks bei Bacharach und in der damaligen Grafschaft Katzenelnbogen um St. Goar und Braubach.“ (Handbuch der Vögel Mitteleuropas).
Coen Stork entdeckte auf dem neuen Besitz einige Überbleibsel des ehemals großen Besatzes. Sein Entschluss stand schnell fest: Lebensraum-Voraussetzungen zu schaffen, die bejagbare Rothuhnbesätze wieder zuließen. 2003 wilderte er die ersten 500 Alectoris rufa aus. Doch damit nicht genug: Hecken wurden auf den Stock gesetzt, und eine intensive Prädatorenbejagung von Februar bis Juni waren nicht nur vorausgegangen, sondern wurden mit Akribie weitergeführt. Im Januar 2004 stellte Coen Stork eine recht gleichmäßige Verteilung bei einer Dichte von fünf bis sechs Hektar pro Paar fest. Im Juni wurden die ersten Gesperre gesichtet. Auswilderungen von Fasanen scheiterten: Die meisten verschwanden einfach. Weitere Versuche wurden daraufhin nicht unternommen. Der Rest wird bejagt. Mit seinen Hegebemühungen in Sachen Rothühner ist Coen Stork finanziell nicht auf sich allein gestellt: Die französische Regierung subventioniert Aktivitäten, das attraktive Flugwild in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wieder heimisch zu machen.
Einer der wenigen verbliebenen Fasanen-Hähne klappt in der Garbe zusammen

Mit maximal 50 Prozent (durchschnittlich 30) werden Auswilderungsvolieren, Futter inklusive entsprechender Vorrichtungen, Wildäcker und andere Biotopverbesserungsmaßnahmen, Fallen, sowie die eigentliche Auswilderung der Rothühner regierungsseitig unterstützt. Hierfür sind entsprechende Belege einzureichen, auch die Statistik gefangener Beutegreifer. Staatliche Gamekeeper kontrollieren mehrmals im Jahr seine Aktivitäten. Neben seinen eigenen gut 200 Hektar Eigentum hat er das Jagd- (und Hege-) recht auf weiteren 2 000 Hektar mit außerordentlich attraktiven Teichen bei seinen Nachbarn, dem Chateau de Conclay und Chateau Souve, speziell für die geliebte Jagd auf Enten. Während wir unser Gespräch führten, waren zwischenzeitlich ein paar Holländer eingetroffen, mehr Freunde als Gäste, wie sich herausstellte. Es waren noch zwei Stunden bis Sonnenuntergang, und Coen schlug vor, sich in jagdliche Gewänder zu stürzen und vor dem Abendstrich auf Enten noch eine kurze Streife auf Bekassinen zu unternehmen. Schon kurze Zeit später waren alle bereit, und die übliche erwartungsvolle Erregung vor einer Jagd machte die Runde. Zwei Retriever und ein Epagneul Breton waren mit von der Partie. Keine zehn Autominuten später nahmen wir einen Drink auf der Terrasse des Chateau de Conclay, und dann ging es zu Fuß gut 300 Meter hinunter in ein weiträumiges Teichgelände, umsäumt von ausgedehnten Feuchtwiesen, aus denen große Bulten mit Binsen hervorragten. Mit sechs Flinten bildeten wir eine kleine Streife und waren froh über die relativ festen Binsenköpfe, denn nur auf ihnen fand man einigermaßen Halt.

Die Konsequenz war, dass dem sicheren Stand mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde als dem Gelände, so dass die ersten Sumpfschnepfen nur durch ihren charakteristischen Laut bemerkt wurden, dann aber schon im Zickzack außer Schrotdistanz waren. Und es gab unglaublich viele. Ich zählte auf einer knapp vier Hektar großen Feuchtwiese über 40. Zur Strecke lagen am Ende vier Bekassinen. Der Abend war ebenfalls außerordentlich erfreulich, denn wir schossen auf dem Strich zusammen gut dreißig Stockenten mit einem erheblichen Erpelüberschuss. Es gelangen sogar einige spektakuläre Dubletten. Außerordentlich zufrieden, aber auch müde von der langen Anreise kehrten wir nach La Vilette zurück, um noch im Jagdoutfit einen „Sundowner“ zu genießen. Schon wenig später saßen wir umgezogen an der großzügigen Tafel beim Abendessen. Es stellte sich heraus, dass die holländischen Jäger, sympathisch und weit gereist, ihr Jagdhandwerk verstanden und mehrmals im Jahr besondere jagdliche Ausflüge unternehmen.

Jägerin mit Rothühnern: Nach dieser Strecke herrscht Freude pur
Coen Stork erwies sich nicht nur als Visionär und Kenner der Rothühner, sondern auch als phantastischer Gastgeber und exzellenter Weinkenner, der dieses und die folgenden Abendessen zu einem für alle Beteiligten nicht ohne Konsequenzen bleibenden ausführlichen Exkurs durch das Angebot lokaler Rebensäfte nutzte. Wir erfuhren zum Beispiel, dass Burgund eines der kompliziertesten Anbaugebiete der Welt ist, mit einer kaum zu überschaubaren Fülle herrlicher Weine. Die gesetzlichen Qualitäten sind nicht etwa nach dem Mostgewicht gestaffelt oder werden einem gewissen Besitzer zugesprochen, sondern es wird die Lage der Weinberge bewertet. Die Klassifikation beginnt bei einfachen Bourgogne-Lagen, aus denen rote und weiße Burgunder kommen. (Bourgogne Grand Ordinaire, Bourgogne Passetoutgrain, Bourgogne Pinot Noir, Bourgogne Chardonnay, sowie Bourgogne Aligoté). Dann kommen die Villages-Lagen, die zur Appellation eines gewissen Ortes gezählt werden, zum Beispiel Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Volnay. Ihnen folgen Lagen der jeweiligen Orte, die als Premier Cru eingestuft werden, wie zum Beispiel Chambolle-Musigny 1er Cru Les Cras. Und natürlich die insgesamt 32 Grand Cru-Lagen der Côte d’Or, unter anderem Musigny, Richebourg, Chambertin, Montrachet, also die Hangabschnitte, die zur Hervorbringung großer Weine als am Besten geeignet angesehen werden. Viele dieser Lagen sind im Besitz verschiedener Winzer, so dass es zusätzlich sehr wichtig wird, die Qualitäten zu beurteilen, die die einzelnen Winzer erzeugen. Die erwähnten Konsequenzen dieser abendlichen „Wein-Exkursion“ konnten deshalb relativ gut kompensiert werden, da die geplante Flugwildjagd am nächsten Tag erst gegen zehn Uhr angesetzt war.
Erlegte Bekassinen: Die Sumpfschnepfen bevorzugten die mit Binsenbulten durchsetzten Teichufer
Nach ausführlichen Sicherheitsbelehrungen begann ein sehr abwechselungsreicher Jagdtag auf Rothühner, „Rest“-Fasanen und Bekassinen. Die Jagd war teils als Vorstehtreiben mit wenigen Treibern, teils als Streife in häufig recht kupiertem Gelände angelegt. Es dauerte eine kurze Spanne, bis man sich an die schnell, zum Teil recht flach und damit gefährlich streichenden Rothühner gewöhnt hatte. Besonderen Spaß bereitete ein Sonnenblumenschlag, der zwischen Knicks auf einer Hügelkuppe lag, während die Flinten in einem eingekerbten Tal postiert waren. Hier gab es wirklich etliche gute, hohe Vögel, die nicht alle erlegt werden konnten.
Um zu einem entfernteren Maisschlag zu kommen, musste eine ausgedehnte Bachniederung

mit Feuchtwiesen überquert werden. Die Passage wurde zu einer kleinen Bekassinenstreife genutzt, bei der recht viele der kleinen Limikolen hochgemacht wurden. Allerdings nur zwei zur Strecke – eine echte Herausforderung an die Konzentration der Flintenschützen! Der Maisschlag wurde abgestellt, vor Kopf hinter einem recht hohen Knick auf Grünland. Die Rothühner mussten also – sollten sie unsere Richtung einnehmen – sich erst einmal emporschrauben, um hoch über die Hecke zu kommen. Die meisten allerdings kamen nicht als Kopfvögel, sondern drehten über dem Knick ab, um als Querreiter die Front abzunehmen. Diese Jagd machte wirklich Freude! Hatte man erst einmal begriffen, wie dieses Flugwild „zu lesen“ war, klappten die Hühner in den Garben zusammen und setzen die rasch flacher werdende Flugkurve als Federball fort. Sehr sorgfältig wurden die beschossenen Vögel nachgesucht. Das alles geschah ohne Zeitdruck, mit kleinen Pausen dazwischen für die Konversation und Muße, die herrliche Landschaft zu genießen. Kein Jagdstress und niemand, der unsere kleine Gruppe antrieb. Und trotzdem war es uns über Tag warm geworden – weit über 20 Grad Celsius zeigte die Quecksilbersäule, so dass der in regelmäßigen Abständen gereichte Trunk eine Wohltat war.

Ursprüngliche Verbreitung der Rothühner in Frankreich (rote Linie). Kreuz: Die Lage des Chateaus de Vilette

Nach Abschluss der Jagd trafen wir uns zu einem kühlen Weißen und ein paar Snacks auf der Terrasse des Chateaus bei immer noch herrlichem Sonnenschein kleinen Limikolen hochgemacht wurden. Allerdings nur zwei zur Strecke – eine echte Herausforderung an die Konzentration der Flintenschützen! Der Maisschlag wurde abgestellt, vor Kopf hinter einem recht hohen Knick auf Grünland. Die Rothühner mussten also – sollten sie unsere Richtung einnehmen – sich erst einmal emporschrauben, um hoch über die Hecke zu kommen. Die meisten allerdings kamen nicht als Kopfvögel, sondern drehten über dem Knick ab, um als Querreiter die Front abzunehmen. Diese Jagd machte wirklich Freude! Hatte man erst einmal begriffen, wie dieses Flugwild „zu lesen“ war, klappten die Hühner in den Garben zusammen und setzen die rasch flacher werdende Flugkurve als Federball fort. Sehr sorgfältig wurden die beschossenen Vögel nachgesucht. Das alles geschah ohne Zeitdruck, mit kleinen Pausen dazwischen für die Konversation und Muße, die herrliche Landschaft zu genießen. Kein Jagdstress und niemand, der unsere kleine Gruppe antrieb. Und trotzdem war es uns über Tag warm geworden – weit über 20 Grad Celsius zeigte die Quecksilbersäule, so dass der in regelmäßigen Abständen gereichte Trunk eine Wohltat war. Nach Abschluss der Jagd trafen wir uns zu einem kühlen Weißen und ein paar Snacks auf der Terrasse des Chateaus bei immer noch herrlichem Sonnenschein und fantastischem Blick auf den Park und die „rolling hills“ der Bourgogne. Da wir den gesamten Tag per pedes unterwegs waren, verzichteten wir an diesem Abend auf den Entenstrich, so dass wir uns ausgeruht und voller Tatendrang wieder an der abendlichen Tafel trafen. Am nächsten Morgen ging es für 45 Minuten auf der Landstraße nach Nordwesten zum Chateau Paray-le-Fresil. Dort er warteten uns getriebene Reb- und Rothühner. Doch davor war eine Entenjagd eingeplant, ein paar Teiche sollten abgetrieben werden.

Um das uralte, ein wenig verwahrloste Schloss erstreckte sich ein eingegatterter Park, Rotwild äste auf den Freiflächen. Der Jagdherr begab sich mit einigen Helfern und Retrievern auf das andere Ende der durch Bäume und Sträucher verdeckten großen Wasserfläche. Die Flinten hatten im Halbkreis Aufstellung bezogen. Auf den Hebeschuss steilten die Breitschnäbel auf und versuchten, über die Kronen der alten Bäume zu entkommen. Hier zeigte sich, wer mit der Flinte umgehen konnte, denn die Vögel kamen schnell und turmhoch. Obwohl natürlich die Mehrzahl der Stockenten entkam, starteten die Apportierhunde nach gut zehn Minuten, um im Laufe der nächsten 20 Minuten eine recht erkleckliche Strecke zusammenzutragen. Die Arbeit der Hunde wurde dadurch erschwert, dass sich hinter der Schützenreihe ein weiteres Teichgelände mit einer undurchdringlichen Vegetation anschloss.
Das Rotwild, das zuvor auf den freien Flächen stand, hatte sich nach den ersten Schüssen ins Unterholz verdrückt. Nach einem herzhaften Kaffee ging es danach mit Geländefahrzeugen hinaus in die Feldmark: auch hier kleinstrukturierte Schläge mit Hecken und Knicks, aber weniger kupiert als in La Vilette. Schmale Maisstreifen, hohes Gras, dichte Weißdornhecken: das waren die Treiben, die sehr abwechslungsreicher Jagdtag ging mit zufriedenen Jägern gegen vier Uhr nachmittags zu Ende – jedenfalls auf Paray-le-Fresil. Trotzdem ließen wir uns nach der Rückkehr den abendlichen Entenstrich nicht entgehen. Und es wurde ein sehr beschaulicher Abend – obwohl die Enten sich zurückhielten.
Nur langsam kam die Dämmerung, und mehr als dreimal durfte ich den schnellen Flug des Eisvogels bewundern, der wie ein grünblau schillerndes Juwel über die Teichflächen schwirrte. Dann Unruhe im Wasser: Ein Körper bewegte sich durch das von keiner Welle gekräuselte Wasser. Biber? Erst als das Tier das nasse Element verlies, konnte ich es exakt ansprechen: Es war ein Sumpfbiber oder Nutria, der an den Teichen von La Vilette sein Unwesen trieb. Graureiher und Waldkäuze vervollständigten die Palette. Die paar geschossenen Enten spielten an diesem Abend keine Rolle, das Schießen empfand ich diesmal fast als Störung – kein Wunder, wenn man schon den ganzen Tag mit der Flinte unterwegs gewesen war.
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